Zum Vergrößern anklicken.uch 2006 gab es - wie in den vergangenen Jahren schon - eine Zeitreise auf der Veste Coburg. Unter dem aktuellen Thema "Wider die Feste" führte die Reise auf die belagerte Veste Coburg im 15. und im 17. Jahrhundert. Dort konnten die Besucher Zeugen des Belagerungsalltags mit all seinen Mühen und Problemen werden, konnten Lager der Angreifer und Verteidigungseinrichtungen in Augenschein nehmen und Befestigungs-, Schanz- und Minierarbeiten aber auch notwendiges Handwerken zur Vorbereitung eines Sturmes und zum Erhalt der Funktionsbereitschaft von Waffen und Ausrüstung beobachten.

er Bau einer Katze, das ist eine gepanzerten Belagerungs- und Sturmmaschine, fand vor ihren Augen statt, genau so wie die Herstellung weiterer Geräte zum Sturm auf die Festung. Weiterhin konnten sie sich ein Bild vom körperlich zehrenden und unfallträchtigen Bau einer Belagerungsmine machen. Fragen nach den hygienischen und medizinischen Verhältnissen, nach der Organisation, Ernährung und Unterhaltung der Truppen wurde genauso nachgegangen wie nach ihrer Disziplinierung durch Feldgerichte. Feldchirurgen ließen sich bei ihrer unerfreulichen aber notwendigen Arbeit über die Schulter schauen.

aktik, List und Technik - das zermürbende und immer präsente Duell zwischen Belagerern und Verteidigern durchzog die ganze Veranstaltung. Tägliche Höhepunkte waren zwei artillerieunterstützte Angriffe auf die Veste Coburg, die den militärischen Stand des
15. bzw. des 17. Jahrhunderts veranschaulichen sollten. Zahlreiche Geschütze unterschiedlichster Bauart und Funktion, viele Handfeuerwaffen und Sturmgerät spielten dabei eine maßgebliche Rolle. Mit dem zusätzlichen Einsatz von pyrotechnischen Effekten wurde eine realitätsnahe Präsentation bestmöglich angestrebt.

och nicht nur Aktion und das vielgestaltige und teilweise ausgesprochen farbenprächtige Erscheinungsbild der "kühnen Soldaten" sollten die Besucher beeindrucken. Vielmehr sollten sich diese auch vom Los der Verwundeten auf beiden Seiten und der kärglichen Ernährungssituation der eingeschlossenen Verteidiger rühren lassen. In jedem Fall erwartete die Besucher der Veste Coburg an jenen beiden Tagen lebendige aktionsreiche Geschichte, die auf hohem authentischem Niveau unterhaltsam dargeboten werden konnte.

eit mehr als 200 Akteure, eine Vielzahl unterschiedlichster Geräte, Ausrüstungsgegenstände, Waffen und Trachten machten diese sich an einem zentralen Leitthema orientierende Veranstaltung zu einer der größten ihrer Art in Deutschland und wahrscheinlich auch in Europa.